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Stillen

Fotolia 115101084 Stillen mit Mützli

Stillen ist ein wunderbares Geschenk Gottes, das so umfassend ist, dass wir nur staunen können! David schreibt in seinen Psalmen: "Du, Gott liessest mich an der Mutter Brust Vertrauen fassen."

Neben der Nahrungsaufnahme erlebt das Kind Nähe und Geborgenheit, Schutz und Sicherheit, sowie Trost, Frieden, Glück und Wohlsein.

In der ersten Stunde nach der Geburt ist das Baby sehr wach, bestaunt seine Eltern, sucht Augenkontakt und fängt schon bald an, die Brust der Mutter zu suchen. Die allererste Milch ist sehr eiweissreich und die ideale erste Nahrung in konzentrierter Form für das Baby. Diese Milch nennt man Vormilch oder Kolostrum. Sie bildet einen Schutzfilm über den Verdauungsorganen und stellt eine Barriere gegen das Eindringen von Bakterien dar. Ausserdem ist sie reich an Abwehrstoffen gegen Krankheiten.

Im Mutterleib stehen dem Baby fortlaufend Nährstoffe zur Verfügung, es ist gewohnt ständig ernährt und gesättigt zu sein. Der Magen eines Babys ist nach der Geburt nur so gross wie eine kleine Murmel und daher kann ein neugeborenes Kind anfangs nur sehr kleine Milchmengen zu sich nehmen. Muttermilch ist leicht verdaulich und verlässt nach 20 Minuten den Magen und ist nach 90 min völlig verdaut. Demzufolge ist es eine Milch die häufig und in kleinem Mengen getrunken werden sollte.

Fotolia 80351582 Zwillinge

Für viele Mütter ist die Häufigkeit des Stillens eine zentrale Frage. Durch das Stillen nach Bedarf holt sich das Baby exakt die Milchmenge und auch die Zusammensetzung die es braucht. In den ersten Wochen wächst das Baby so schnell wie später nie wieder und dafür braucht es viel Energie und später hat es immer wieder Phasen in denen es einfach mehr braucht. Ein Stillen nach einem bestimmten Rhythmus kann dem jeweiligen Bedürfnis nicht gerecht werden. 

Wenn wir unsere Babys entscheiden lassen, wann sie trinken, wie viel sie trinken wollen und ob sie von einer oder beiden Brüsten trinken möchten, können wir davon ausgehen, dass sie vollumfänglich gut ernährt sind. Am Anfang einer Mahlzeit erhält das Baby wässrige, eiweissreiche Milch, die bestens den Durst löscht, dann folgt die fettreiche "Hintermilch". Ein gestilltes Kind isst unterschiedlich, es wird wählen ob es mehr Fett oder Eiweiss bedarf und damit ob es mehr oder weniger Kalorien braucht.

Auch ist es hochinteressant zu wissen, dass sich die Milchzusammensetzung innerhalb von einem Tages verändert und selbst auch im Laufe der Stillzeit noch anpasst. Eine Mutter kann dem Baby genau das bieten was es braucht! Wow!!!

Wir haben einfach einen genialen Gott, der uns immer wieder  zum Staunen bringt. Nach Bedarf gestillte Babys steuern die Milchbildung perfekt, die Nachfrage regelt das Angebot.

Wie sieht das nun im Praktischen aus? Diktiert das Baby das nach Bedarf gestillt wird den Alltag der Mutter, wenn es jederzeit trinken darf? Eigentlich nein, denn auf diese Weise kann sich das Baby an den Tagesplan der Mutter anpassen und nicht anders herum. Wenn man versucht das Baby nach einem vorgegebenen 2, 3 oder 4 Stunden Rhythmus zu Stillen fängt man nämlich an eigene Dinge und Vorhaben zu verschieben oder gar abzusagen, weil es nicht in den Trinkplan des Babys passt.

Das Baby ist ohnehin oft bei der Mutter, diese nimmt die ersten Anzeichen von Hunger wahr und lernt das Baby unkompliziert zu Stillen, wo sie eben gerade ist. Manchmal verlangt ein Baby ein festliches 4 bis 5 Gang Menü und manchmal genügt ihm ein kleiner Imbiss oder das Baby sucht Nähe und Geborgenheit ohne viel dabei zu trinken. So gestillte Babys schreien weniger, haben auch weniger sogenannte Koliken und bekommen ein gutes Fundament für eine gute Mutter Kind Bindung.

Abschliessend noch die kleine Anmerkung: Das Stillen um jeden Preis ist auch nicht der richtige Weg. Jede Mutter sollte über der Mutter Kind Bindung "wachen" und besser auf die Ernährung mit der Flasche greifen, als einen Dauerstress beim Stillen zuzulassen.

Das Stillen ist eine lohnende Aufgabe in die man hineinwachsen darf und kann. Eine gute Vorbereitung dafür ist sehr hilfreich. Wie? Indem man stillende Mütter erlebt, sich mit entsprechender Literatur vorbereitet und während der Stillzeit sich vielleicht der La Leche League anschliesst oder eine Stillberatung in Anspruch nimmt.